Aus der Laune, einfach nur den Festzug zu verschönern, bildete sich im Laufe der Zeit eine feste Gruppe, die immer wieder durch einmalig teilnehmende Freunde oder Bekannte ergänzt und verstärkt wurde.

 

Von 1967 bis 1986 stand die Marinegruppe unter dem Kommando von Kapitänleutnant Hans Speen. Ihm, sowie dem damaligen Spieß Alex Postels und den weiteren Gründungs-mitgliedern (Bild) ist es zu verdanken, dass sich die Zahl der aktiven Marineoffiziere stetig erhöhte.

Nachdem sich eine feste Mannschaft herausgebildet hatte, entschloss man sich 1982 bei der Uniformwerk SERIÖS GmbH die erste eigene Uniform anzuschaffen. Diese entspricht, bis auf die Fangschnur, der originalen Uniform der Marineoffiziere der deutschen Bundesmarine.

Aus gesundheitlichen Gründen gab Hans Speen 1986 nach 19 jähriger Amtszeit das Kommando auf der „Brücke“ ab und wurde zum Admiral befördert. Zu seinem Nachfolger wurde Hans Schumann bestellt. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Beförderung von Bruno Zimmer zum Kommandanten.

Im Laufe der Jahre hatte sich die Mannschaft so gefestigt, dass man beschloss, die Aktivitäten über das Schützenfest hinaus auszuweiten. Die Gruppe beschloss, Mitte der 80er Jahre erstmals eine Weihnachtsfeier abzuhalten, die von Hans Schumann und Bodo Eitze ausgearbeitet wurde. Der Ort der Weihnachtsfeier war das Ziel einer Orientierungsfahrt, an der die Marineoffiziere mit ihren Familien teilnahmen. Die Weihnachtsfeier wurde ab 1989 zum Familienfest, wobei der Brauch der Orientierungsfahrt erhalten blieb. Zu diesem Highlight des Jahres sind neben unseren aktiven Mitgliedern auch unsere Familien, Freunde und Gönner recht herzlich eingeladen.

Im Jahre 1987 beschloss man, sich noch mehr am öffentlichen Dorfgeschehen zu beteiligen und überlegte, ob die Gruppe personell in der Lage sei, eine Veranstaltung wie den „Tanz in den Mai“ durchzuführen. Dazu wurde der Kaisersaal festlich mit Birkenzweigen geschmückt und eine Live-Band verpflichtet, die für die nötige Stimmung sorgen sollte.

                                          

Zu dieser Zeit wurde der Dorf-Maibaum noch auf dem Parkplatz vor der Gaststätte Fänger aufgestellt. Deshalb zog eine Musik-Abordnung zum Maibaum und unterstützte musikalisch dessen Errichtung. Sehr zur Freude der Zuschauer, denn mit Musik geht ja bekanntlich vieles besser. Nachdem in einem Jahr kein Dorf-Maibaum gesetzt wurde, entschied man sich, auch diesen durch die Offiziere der Marinegruppe schmücken und errichten zu lassen.

Nun hatte die Marinegruppe also ihre eigene jährliche Veranstaltung, die in den letzten Jahren immer wieder durch kleine Veränderungen an Attraktivität gewann. So z. B. wird jedes Jahr die Wahl einer Maikönigin durchgeführt. Dazu werden Rosen an die Gäste verkauft, die diese ihrer Favoritin schenken. Die Dame mit den meisten Rosen ist die Maikönigin für das nächste Jahr und erhält dadurch lebenslangen freien Eintritt zum „Tanz in den Mai“. In diesem Jahr wurde als neuer Programmpunkt ein „Karaoke-Wettbewerb“ veranstaltet, welcher dem Publikum einen noch nie da gewesenen Ohrenschmaus bescherte.

Versammlungen und Dienstbesprechungen der Marine-Offiziere wurden in den ersten Jahren rotierend in den Dorfgaststätten durchgeführt. Bedingt durch die sich reduzierende Anzahl von Gaststätten beschloss man 1987, die Gaststätte „Zur Windmühle“ als Heimathafen zu bestimmen. Unsere Vereinswirte Elfriede und Freddy Withaar haben uns seitdem schon manch schöne Stunde bereitet.

Da wir Mitglieder der Schützenbruderschaft sind, wurde erstmals 1989 die Würde des Zugkönigs im Rahmen des jährlichen Familienfestes ausgeschossen. Ihm zu Ehren wird zur nächsten Frühkirmes vor seinem Domizil der „Flaggenmast“ errichtet. Seit dieser Zeit ist es guter Brauch, dass der Zugkönig die Marineoffiziere am Kirmesmontag zum gemütlichen Frühstück und Beisammensein einlädt.

In den ersten 35 Jahren hatte unsere Gruppe die Ehre, folgende Jung- und Schützenkönige stellen zu dürfen. Als erster war dies 1968 Hans-Walter Corsten als Jungkönig, dem 1987 Alex Postels, 1991 Heinz-Peter Katz, 1993 René Katz, 1998 Markus Cremer und 2000 nochmals René Katz als Majestäten folgten. Die jeweiligen Schützenfeste wurden ganz im Zeichen der Marinegruppe gefeiert. So wurden z.B. die Residenzen in Form eines Leuchtturms oder eines 3-Masters errichtet. Hier wurde jede Herausforderung gerne angenommen, was der Marinegruppe auch aus den umliegenden Orten viel Lob und Anerkennung einbrachte.

Nachdem uns 1982 eine eigene Fahne gestiftet wurde, mussten wir Mitte der 90er Jahre mit ansehen, wie genau diese zu Propagandazwecken missbraucht wurde. Einige radikale Gruppierungen in unserem Land benutzten Sie bei Ihren Aufmärschen als Symbol Ihrer Verbundenheit mit dem wohl dunkelsten Teil der deutschen Geschichte. Da wir uns von diesen Personen aufs schärfste distanzieren und um irgendwelchen Missverständnissen vorzubeugen, entschied man sich, eine neue Vereinsfahne anzuschaffen. Diese wurde fortan bei Schützenfesten von den Fahnen-Offizieren getragen.

Ende der 90er Jahre, als sich die politische Situation wieder entspannt hatte, entschied man sich dafür, die ursprüngliche Fahne wieder als unsere Vereinsfahne bei Schützenfesten zu zeigen.

1996 verließ Hans Schumann nach 17-jähriger Zugehörigkeit leider nicht nur die Kommandobrücke, sondern auch die Marinegruppe, da er mit seiner Familie nach Elmpt umzog. Er hinterließ sowohl in der Führungsriege als auch im persönlichen Umfeld der Marine eine große Lücke. Um diese auszufüllen, wurde Alex Postels als Kapitän und somit als Nachfolger gewählt. Die gesamte Besatzung versprach, ihn in allen Belangen zu unterstützen. Bodo Eitze wurde wiederum zum stellvertretenden Kapitän gewählt, war er dies bereits viele Jahre gewesen, um nun auch Alex zur Seite zu stehen.

In den folgenden Jahren gelang es den beiden stets, die Marine sicher zu manövrieren. Sei es bei den vielen Festivitäten der Bruderschaft oder auch bei den eigenen Veranstaltungen wie dem Tanz in den Mai oder dem Familienfest. Nicht zu vergessen an dieser Stelle die besonderen Herausforderungen der Jahre  1998 und 2000, in denen die Marine das große Vergnügen hatte, den Jungkönig stellen zu dürfen. Sowohl für Markus Cremer als auch für René Katz war es eine unvergessliche Kirmes mit maritim geschmückten Residenzen.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich auch die Musikgruppe der Marine immer weiter. So spielten in den ersten Jahren nur eine handvoll Musiker zum Maibaumsetzen, im Klompenzug zur Frühkirmes oder beim Familienfest. Diese konnten sich auch ohne regelmäßige Probenarbeit stets hören lassen und begeisterten Jung und Alt. 1997 formatierte sich dann, um den musikalischen Leiter Bodo Eitze, eine Abordnung von  weiteren Marine-Musikern. Diese Musiker sollten fortan „Blaue Jungs“ heißen, wobei allen beteiligten wichtig war, keine separate Gruppe innerhalb der Marinegruppe zu werden.

   

So machte die Marine einen großen Griff in ihre Schatztruhe und kaufte den Musikern die notwendigen Instrumente. Des weiteren gilt Georg und seiner Gruppe an dieser Stelle ein ganz besonderer Dank. Er ist stets zur Stelle, wenn Proben oder Auftritte, wie Silber- oder Goldhochzeiten, runde Geburtstage, Altennachmittag im Kaisersaal, Mühlenfest, Sankt Martins-Züge in Immerath oder vieles mehr anstehen. Selbst zur Frühkirmes gesellt er sich gerne zu den Blauen Jungs, obwohl auch seine Gruppe ihren eigenen Aktivitäten nachgeht.

Im Jahre 1999, nach weiteren 4 Jahren hervorragender Dienstzeit im Hintergrund, verabschiedete sich Bodo Eitze vom Kommandodeck. Er blieb der Marine treu, wollte seine leider begrenzte Freizeit allerdings mehr der aktiven Musik widmen. Er trat dem Horster Musikverein bei, um auch beim allseits beliebten Frühschoppen zur Frühkirmes die Schützenbruderschaft mit unterhaltsamer Musik zu erfreuen. Er beriet sich mit Alex und beide waren schnell der Meinung, dass Arno Lemmen der richtige Nachfolger für ihn wäre. So nahm Arno Lemmen im Sommer ´99 die Herausforderung an, das Amt des stellvertretenden Kapitäns zu übernehmen und fortzuführen. So manche Erfahrung als Schriftführer hatte er bereits in der Vergangenheit sammeln können und sollte nun nach und nach immer mehr Verantwortung übernehmen.

Bei der Frühkirmes 2000 wurde Alex Postels aufgrund seiner zuvor hervorragend geleisteten Dienste zum Flotillen-Admiral befördert. Auf der Jahreshauptversammlung der Schützenbruderschaft am 12.01.2002 gab Alex Postels, für viele ein wenig überraschend, seinen Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden der Marine-Offiziere bekannt, um seinen wohlverdienten „Ruhestand“ genießen zu können. Somit wurde Arno Lemmen zum 1. Kapitän befördert und hält seitdem das Ruder fest in der Hand.